Chlorfreier Naturpool: So funktioniert er und was du dafür brauchst

Naturpools, auch bekannt als Biopools oder Schwimmteiche, sind eine immer beliebtere Alternative zu herkömmlichen Schwimmbecken mit chemischer Wasseraufbereitung. Sie funktionieren als ausgewogenes aquatisches Ökosystem, in dem das Wasser auf biologische Weise gereinigt wird – ganz ohne Chlor oder andere synthetische Desinfektionsmittel. Das Ergebnis ist sauberes, kristallklares und absolut badesicheres Wasser, eingebettet in eine ästhetisch ansprechende Umgebung.
Das Konzept: Die Natur als Filter
Das Prinzip des Biopools ist einfach: Anstatt Chlor zur Beseitigung von Bakterien und Algen einzusetzen, wird ein Ökosystem geschaffen, in dem nützliche Bakterien, Wasserpflanzen und mikroskopisch kleine Organismen das Gleichgewicht des Wassers auf natürliche Weise aufrechterhalten. Das Wasser wird gereinigt, indem es durch Pflanzenbereiche zirkuliert, die Nährstoffe (Nitrate, Phosphate) aufnehmen, sowie durch Kiesbetten, in denen nitrifizierende Bakterien leben.
Das Ergebnis ist biologisch lebendiges und dennoch sicheres Wasser: mit stabilem pH-Wert, frei von gefährlichen Krankheitserregern und ohne die mit Chlor verbundenen Hautprobleme (Augenreizungen, trockene Haut, Atemwegsbeschwerden in Hallenbädern).
Zonengestaltung: der Schlüssel zum System
Ein gut konzipiertes Bio-Schwimmbecken ist in mindestens zwei klar voneinander abgegrenzte Bereiche unterteilt:
Badezone: Der Bereich, in dem geschwommen wird. Er muss eine Mindesttiefe von 1,5 m zum Schwimmen aufweisen. Die Wände und der Boden werden in der Regel mit einer verstärkten PVC-Folie abgedichtet, die eine glatte, langlebige und mit dem biologischen Ökosystem verträgliche Oberfläche bietet (sie setzt keine giftigen Substanzen frei). Dunkle oder natürliche Farben (Anthrazit, Steingrau) verleihen dem Becken ein Aussehen, das einem natürlichen See ähnelt.
Regenerationsbereich: Ein oberflächlicher Bereich (Tiefe 30–80 cm), der mit wasserreinigenden Pflanzenarten bepflanzt ist. Hier findet der größte Teil der biologischen Reinigung statt. Die in Spanien am häufigsten verwendeten Pflanzen sind Schilf (Phragmites australis), Rohrkolben (Typha latifolia), See-Schilf (Schoenoplectus lacustris) sowie Schwimmpflanzen wie die Wasserhyazinthe oder die Wasserlinsen.
Das Wasser zirkuliert kontinuierlich zwischen beiden Zonen mithilfe von Pumpen mit geringer Leistung. Bei einigen Ausführungsformen wird eine dazwischenliegende Absetzzone mit Kies unterschiedlicher Korngrößen hinzugefügt, die als zusätzlicher mechanischer und biologischer Filter dient.
Rechtslage in Spanien
Die Vorschriften für Bio-Pools in Spanien befinden sich im Wandel. Auf staatlicher Ebene gibt es keine einheitliche spezifische Gesetzgebung, doch viele autonome Regionen und Gemeinden haben eigene Verordnungen erlassen. Im Allgemeinen ist es erforderlich, ein von einem kompetenten Fachmann unterzeichnetes technisches Projekt vorzulegen, regelmäßige mikrobiologische Wasseranalysen durchzuführen und die für jedes Schwimmbecken geltenden Sicherheitsanforderungen (Umzäunung, Mindesttiefen usw.) zu erfüllen.
Es ist unerlässlich, sich vor Baubeginn bei der örtlichen Gemeinde zu erkundigen, um die spezifischen Anforderungen Ihrer Gemeinde zu erfahren.
Kosten: Ist ein Bio-Pool teurer als ein herkömmlicher Pool?
Die Anfangsinvestition für ein Bio-Schwimmbecken liegt in der Regel um 20 % bis 40 % über der für ein herkömmliches Schwimmbecken gleicher Größe, was hauptsächlich auf die Notwendigkeit zurückzuführen ist, die Gesamtfläche (Badezone + Regenerationszone) zu vergrößern, sowie auf die Bepflanzung. Für einen hochwertigen Bio-Pool für den privaten Gebrauch (Badefläche von 30–40 m², Regenerationsbereich in ähnlicher Größe) liegt das Budget zwischen 25.000 € und 60.000 €.
Die Wartungskosten sind jedoch langfristig deutlich geringer: Es müssen keine Chemikalien gekauft werden, der Stromverbrauch ist minimal (nur Pumpen mit geringer Leistung) und der Pool muss nicht jedes Jahr geleert und neu befüllt werden. Die jährlichen Wartungskosten eines gut konzipierten Biopools können bis zu 70 % günstiger sein als die eines vergleichbaren herkömmlichen Pools.
Wartung über das ganze Jahr hinweg
Die Pflege eines Biopools unterscheidet sich von der eines herkömmlichen Pools, ist aber nicht aufwendiger. Sie umfasst die manuelle oder maschinelle Entfernung von Fadenalgen im Sommer (bei intensiver Sonneneinstrahlung), den Rückschnitt der Wasserpflanzen im Herbst, die Überprüfung des Pumpensystems und die Reinigung der Kiesbetten alle 5–10 Jahre. Im Winter kann das Wasser im Pool belassen werden; die Pflanzen gehen in eine Ruhephase über, doch die nützlichen Bakterien bleiben aktiv.
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